Richtig spielen mit der Katze

Richtig spielen mit der Katze - So weckst Du ihren Jagdinstikt
Warum richtiges Spielen für Katzen so wichtig ist
Kann man wirklich etwas falsch machen, wenn man mit seinr Katze spielt? Ja – und das passiert häufiger, als man denkt.
Viele Katzenhalter sagen: „Meine Katze will einfach nicht spielen.“
In Wahrheit fehlt oft nur das passende Angebot.
Spielen ist für Katzen kein Zeitvertreib. Es ist gelebte Jagd, die jeder Katze mit in die Wiede gelegt worden ist.
Freigänger leben ihr Jagdverlangen draußen täglich aus. Sie schleichen durchs Gras, beobachten, lauern. Auch wenn sie nicht jeden Tag eine Maus fangen, durchlaufen sie immer wieder kleine Jagdmomente.
Wohnungskatzen fehlt genau das: das Suchen, das Lauern, das spannende Warten. Und genau hier kommt das Spiel ins Spiel.
Jagdverhalten bei Katzen verstehen - So denkt Deine Katze
Jagd läuft bei Katzen in kleinen Schritten ab:
- suchen
- beobachten
- anschleichen
- zuschlagen
- festhalten
In der Wohnung endet die „Jagd“ meist beim Zuschlagen. Doch auch das reicht, um Spannung abzubauen.
Junge Katzen toben wild durch die Gegend. Sie üben noch. Für sie ist alles ein Abenteuer.
Erwachsene Katzen dagegen jagen mit Köpfchen. Sie rennen nicht blind los sondern warten ab. Sie beobachten und planen. Was für uns wie Desinteresse aussieht, ist oft höchste Konzentration.
Katzen richtig beschäftigen - Spiel braucht Regeln
Mache das Spiel zu einem festen Ritual in Deinem Tagesablauf (und in den Deiner Katze). Rituale sind für Katzen wichtig und sie geben ihnen Sicherheit.
Was immer zur Verfügung steht, wird langweilig. Räume daher nach dem Gebrauch das Spielzeug wieder fort.
Das richtige Spielzeug für Katzen wählen
Spielzeug soll die natürliche Beute imitieren.
Viele der handelsüblichen Spielsachen sind sehr groß und lösen eher Angst als Jagdverhalten aus.
Orientiere Dich bei der Auswahl des Spielzeugs an der Größe von natürlichen Beutetieren wie Mäuse, Libellen, Falter o.ä. Auch raschelnde, kratzende oder leise fiepende Geräusche ziehen die Aufmerksamkeit der Katze an.
Und ganz wichtig:
Beute rennt weg. Sie kommt nicht auf die Katze zu.
Bewege das Spielzeug also immer von Deiner Katze weg.
Lass es hinter einer Ecke, unter einem Läufer oder kleinen Öffnungen in einem Karton verschwinden – in ein Mauseloch eben.
Wie lange sollte man mit einer Katze spielen?
Nach etwas zehn "Jagdversuchen" ist die Spannung weg.
Spiele deshalb lieber mehrmals täglich für jeweils 10-15 Minuten
Eine Stunde am Stück bringt weniger als drei kurze, intensive Einheiten.
Erfahrene Katzen belauern ihre Beute und warten auf einen günstigen Augenblick zum Zupacken. Für den Katzenhalter wirkt das oft wie Desinteresse.
Habe Geduld, wenn Deine Katze nicht gleich dem Spielzeug hinterher rennt. Deine Katze hat jede Menge davon.
Warum Tarnung beim Spielen wichtig ist
Katzen sind Ansichtjäger, die ihre Beute aus Verstecken belauern.
Biete Deiner Katze deshalb für die Jagd eine Tarnung an: ein in Falten geworfener Läufer, ein Karton oder eine zerknüllte Zeitung sind hierfür prima.
Spielen mit den Händen - ein klares Nein
Hände und Finger sind keine Beute. Was als harmloses Spiel beginnt, endet später in schmerzhaftem Beißattacken und Überfällen auf Hände und Füße.
Bleib beim Spielzeug. Und achte darauf, dass deine Katze nichts verschlucken oder sich in Fäden verfangen kann.
Spielideen für Katzen - Finde heraus, was Deine Katze liebt
Jede Katze ist anders und hat unterschiedliche Vorlieben, was Spielzeug betrifft.
Manche mögen kleine Duftkissen mit Katzenminze, in das sich die Katze reinbeißen und festkrallen kann. Andere lieben rollende Bälle. Wieder andere springen begeistert nach einer Spielangel.
Beobachte Deine Katze und finde heraus, was sie am liebsten mag.
Futterspiele für Katzen - So wird die Mahlzeit zur Jagd
Trockenfutter jagen lassen.
Statt das Futter einfach in den Napf zu geben, mach ein kleines Jagdspiel daraus.
Wirf einzelne Stückchen über Fliesen oder Laminat. Deine Katze wird hinterherflitzen; Bewegung inklusive.
Futterspiele angeln - Beschäftigung mit Köpfchen
Viele Katzen lieben es, Futter aus kleinen Öffnungen zu holen. Du kannst:
- leere Küchenrollen verwenden
- kleine Kartons nutzen
- einfache Behälter auf einer festen Unterlage befestigen
Verstecke ein paar Stückchen Futter darin.
Mach es Deiner Katze am Anfang leicht, damit sie schnell Erfolg hat beim Angeln.
Später kannst du etwas Papier seitlich in die Rolle hineinstecken oder Öffnungen kleiner machen. Deine Katze muss nun „auspacken“, schieben oder angeln.
So wird Futter zur jagdlichen Aufgabe.
Wenn du das Spiel an die Natur deiner Katze anpasst, wird sie nicht „spielfaul“ sein. Sie wird jagen. Nur eben im Wohnzimmer.